aufi - Die Hintergründe

Der vierte Altenbericht der Bundesregierung belegt: Rund ein Viertel der 65-Jährigen und Älteren leidet an einer psychischen Erkrankung. Depressionen gelten dabei als zentraler Risikofaktor für Suizidhandlungen. Jährlich nehmen sich ca. 10.000 Menschen in Deutschland das Leben. In München zeigen die Statistiken u.a. eine hohe Suizidrate bei alten Menschen, besonders bei älteren Männern.

 

aufi – Auswege finden bei psychischen Krisen im Alter richtet sich zum einen an Menschen über 60 Jahre, an deren Angehörige, an Ehrenamtliche und an die breite Bevölkerung. Primärpräventive Informationen sollen in diesen Zielgruppen die Schwelle herabsetzen, sich mit psychischen Krisen auseinanderzusetzen und entsprechende Hilfsangebote zu nutzen. Zum anderen bietet aufi Schulungen für die Fachöffentlichkeit und engagierte Laienhelferinnen und Laienhelfer an.

 

aufi ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Sozialreferat der Stadt München und dem Münchner Bündnis gegen Depression e.V. Es ist aus einem Beschluss des Sozialausschusses der Landeshauptstadt aus dem Jahre 2009 hervorgegangen. Das Projekt läuft von März 2012 bis Februar 2013 und knüpft an das Europäische Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen 2012 an.

 

Einflussfaktoren für Krisen und Suizidalität im Alter

Umgang mit Betroffenen

Im Beratungsgespräch mit älteren Menschen in akuten Krisen:

 

- Nicht-wertendes Gesprächsverhalten
- Offenheit und Vertrauen
- Der alte Mensch soll sich in seiner Not angenommen fühlen
- Todeswünsche, suizidale Gedanken und Absichten offen ansprechen
- Suizidalität ernst nehmen, weder verharmlosen noch dramatisieren
- Klärung: Gründe, Begleitumstände, akute Auslöser
- Lebensgeschichtliche Zusammenhänge verstehen und einbeziehen
- Möglichkeiten der Unterstützung im sozialen Umfeld erkunden       

  (Bezugspersonen, soziale Dienste, medizinische Hilfen)
 - Angebot zur Gesprächsfortsetzung (Ängste ansprechen; weitere 

   Beratungs- und Hilfemöglichkeiten aufzeigen)

 

 

Wichtige Fragen in der Krisenintervention:

 

- Wie geht es jetzt unmittelbar weiter?

- Wer ist als Ansprechperson unmittelbar verfügbar?

- Welche Personen werden einbezogen?

- Ist eine stationäre Unterbringung notwendig, ggfs. auf einer geschützten Station?

- Ist eine medikamentöse Therapie (vorübergehend) sinnvoll?

- Wichtig: Institutioneller Rahmen, der Rückhalt und Supervisionsmöglichkeiten gewährt

 

 

Schulungen und Seminare

Über einen Projektzeitraum von drei Jahren bietet das Amt für Soziale Sicherung im Sozialreferat der Landeshauptstadt München Fortbildungsreihen an für Fachpersonal, das mit älteren, suizidgefährdeten Personen konfrontiert ist. Experten­teams der ARCHE (Suizidprävention und Hilfe in Lebenskrisen e.V.), des Krisendienstes Psychia­trie München, des Münchener Bündnis gegen Depression sowie aus dem Fachbereich Geronto­psychiatrie führen die Veranstaltungen durch.

 

Es werden 1-tägige Schulungen oder 2-tägige Seminare angeboten:

 

Die 1-tägigen Schulungen richten sich an Fachpersonal, das Basisinformationen zu diesem Thema benötigt:

 

- Wissensvermittlung - Epidemiologie

- Risikofaktoren - Schutzfaktoren

- Haltung und Selbstreflexion zu dem Thema (eigene Werte)

- Angstfrei und kompetent im Umgang mit suizidgefährdeten alten Menschen

- Vernetzungsmöglichkeiten

 

 

Die 2- tägigen Seminare sind vertiefter konzipiert und richten sich insbesondere an Fachperso­nal, das in der konkreten Arbeit mit suizidalen Krisen alter Menschen zu tun hat bzw. zu dessen Beratungspraxis dieses Thema gehören könnte. Die Inhalte werden dementsprechend ausführ­licher behandelt und insbesondere konkrete Gesprächssituationen geübt. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen können eigene Anliegen und ggf. Fallbeispiele einbringen, somit ist eine pra­xisbezogene Vermittlung der Schulungsinhalte möglich.

 

- Vertiefte Wissensvermittlung - Epidemiologie

- Erfahrungsaustausch über die Begegnung mit dem Thema

  „Suizidgefährdung alter Men­schen“

- Ethische Aspekte

- Haltung / Selbstreflexion – Vertiefung

- Warnsignale für Suizidgefährdung

- Therapie, Hilfsangebote

- Konkreter Umgang mit suizidalen Krisen

- Eigenes Krisenmanagement

- Konkretes Vorgehen in Krisensituationen

- Ansprechpartner im Krisenfall

 

Die Schulungen und Seminare sind für Fachpersonal kostenfrei.

 

Sie können sich unter folgendem Link beim Amt für Soziale Sicherung anmelden:

http://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Sozialreferat/Sozialamt/fachinformationen-pflege/krisenhilfe-im-alter-fachinformation.html

 

Flyer

Der Flyer "Fachinformation für Helferinnen und Helfer zu psychischen Krisen im Alter" steht Ihnen hier zum Download bereit.

 

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